Bärenstarke Premiere

Snowboard-FIS-Rennen beim WSV Ebingen

Die Premiere ist geglückt. Erstmals hat der WSV Ebingen Snowboarder aus zwölf Nationen an seinen Skilift zu einem FIS-Rennen eingeladen. Sportler und Funktionäre waren von der Veranstaltung begeistert.

"Super", war das meistgebrauchte Wort von Rennleiter Arno Hornung. Mit diesem Attribut belegte er die Atmosphäre, die Pistenverhältnisse, das Wetter und die Organisation. "Wir kommen nächstes Jahr wieder hierher, falls es der Terminkalender erlaubt", versprach er dem Ebinger WSV-Vorsitzenden Siegried Binder, dem die zwei Tage ebenso Spaß gemacht haben wie seinen mithelfenden Vereinsmitgliedern: "Das ist auf jeden Fall eine Wiederholung wert", sagte er und fügte schmunzelnd hinzu: "Im Vergleich zu einem Bezirkscup hatten wir sogar weniger Aufwand."

Das lag zum einen daran, dass das "go4snow"-Team des Schwäbischen Skiverbands (SSV) einen Teil der Arbeit an der Strecke übernahm, zum anderen an der günstigen Witterung. Minustemperaturen hatten den weichen Schnee überfrieren lassen und für einen bockelharten Untergrund gesorgt, der selbst nach dem viereinhalbstündigen Rennen keine Verschleißspuren zeigte. "Die Piste hält hervorragend und der Hang ist gut zu fahren", lobte der SSV-Nachwuchsläufer Matteo Harter. Dass er schon vor dem Achtelfinale ausgeschieden sei, habe ausschließlich eine Ursache gehabt: "Ich war einfach zu blöd."

So ähnlich hatte sich am Vorabend im Fernsehen Stephan Keppler geäußert, als er im olympischen Super G-Rennen ausgeschieden war. Zur Live-Übertragung aus Whistler hatte sich fast die komplette WSV-Familie im Pavillon unterhalb des Skilifts zum Public Viewing eingefunden. Als der berühmteste Ebinger Skifahrer auf die Strecke ging, wurde sogar die Mannschaftsführersitzung unterbrochen, bei der letzte Details geklärt wurden.

Am Samstag steckte Hornung mit den vereinseigenen Snowboardtoren den roten und blauen Kurs des Parallelslaloms aus, pünktlich um 10 Uhr begann die Qualifikation. In diese eingebettet waren die baden-württembergischen Schülermeisterschaften der Jahrgänge 1995 bis 1997 mit fünf Teilnehmern. Torben Linder vom Gastgeberverein schied allerdings schon im ersten Lauf aus. Viel besser machte es der erst elfjährige Sebastian Pietrzykowski vom WSV Ebingen. Er verwies die älteren Konkurrenten auf die Plätze und heimste den Titel ein. Nach der Qualifikation ging es bei den 51 Herren weiter mit dem Achtelfinale, bei den 18 Damen wurden direkt die Viertelfinalläufe gefahren.

Jeder Lauf bestand aus zwei Durchgängen, mal auf dem roten, mal auf dem blauen Kurs mit jeweils 23 Toren. Die nächste Runde erreichten die Athleten mit der besten Gesamtzeit. Sehr früh seine Hoffnungen auf eine Top-Platzierung begraben musste Favorit Ralph Bussler, der nach einem Torfehler ausschied. Im Finale duellierten sich der Deutsche Stefan Baumeister und der Österreicher Felix Widnig. Widnig war zweimal um einen Wimpernschlag schneller, freundschaftlich klatschten sich beide nach Durchfahren der Ziellinie ab.

"Ich habe gehofft, dass ich hier gewinne", freute sich der Österreicher über seinen ersten Saisonsieg, "nach einer so langen Anreise wollte ich den Pokal gewinnen."

Bei den Frauen jubelte die 17-jährige Selina Kammerer vom SC Schönwald, die mit dem SSV-Kader schon oft auf dem Ebinger Hang trainiert hat: "Heute hat einfach alles gepasst. Ich bin total glücklich über meinen ersten Sieg in dieser Saison, denn die gesamte Spitze war am Start. Ich hoffe, dass ich das Resultat morgen wiederholen kann."

Quelle: ZAK, Reinhard Linder
Fotos: WSV Ebingen