Torsetzer wollen im Steilhang Steigeisen

SSV-Trainer Vollmer lobt super Organisation

Ähnlich, wie sonst in St. Moritz, haben die Mitglieder des WSV Ebingen am eigenen Lift Schwerstarbeit verrichten müssen um die Schwäbischen Schülermeisterschaften über die Bühne zu bringen.

Dank der eigenen Beschneiungsanlage war genügend Schnee vorhanden, um den gesamten Hang präparieren zu können. Aber ausgerechnet am Freitag stiegen die Temperaturen in Plusbereiche, welche die zuvor knüppelharte Piste aufweichten. Mit Wasser rückten ihr die rund 30 in dieser Kunst erprobten WSV-Mitglieder zu Leibe, damit auch der Letzte der 151 Starter ideale Bedingungen vorfinden würde. Doch kaum hatten sie am Freitag lange nach Einbruch der Dunkelheit ihr Werk vollendet, setzte starker Schneefall ein.

Am Samstag um 7.30 Uhr standen sie wieder parat, um die 15 Zentimeter Neuschnee zu entfernen. Unter Leitung des Vereinsvorsitzenden Siegfried Binder arbeiteten sie effektiv zusammen, so dass der Nachwuchsbeauftragte des Schwäbischen Skiverbands (SSV), Joachim Vollmer aus Bad Saulgau, genügend Zeit zum Ausstecken der beiden Vielseitigkeitsslalom-Durchgänge hatte.

Früher in Diensten des Deutschen Skiverbands am Stützpunkt Feldberg, widmet sich der 43-Jährige inzwischen ganz der Jugendarbeit im SSV, dessen sportliches Aushängeschild der Ebinger Stephan Keppler ist, der bei den Olympischen Spielen in Vancouver Abfahrt und Super-G bestreiten wird. „Unter unseren Nachwuchsläufern sind einige dabei, die das gleiche Potenzial wie Keppler haben“, malt Vollmer die Zukunft rosig. Sein besonderes Augenmerk hatte er auf die 13- und 14-jährigen Mädchen und Jungs gerichtet, von denen er ein Dutzend im D-Kader unter seinen Fittichen hat, darunter Annkathrin Lucas vom WSV Tailfingen. Allerdings gingen einige seiner Schützlinge die Rennen zu forsch an und mussten ihre Hoffnungen auf eine Medaille frühzeitig begraben. „Die Ausfallquote ist normal“, zuckte der frühere Rennfahrer nonchalant die Schultern, „vor allem die Jungs gehen ein höheres Risiko ein, als die Mädchen.“ An der Piste liege es jedenfalls nicht, wenn jemand ausscheide. „Die Organisatoren haben super Arbeit geleistet und den Hang hervorragend präpariert“, lobte Vollmer, der selbst seit Donnerstag vor Ort war und mit Hand anlegte. Etwas anderes habe er allerdings auch nicht erwartet, grinste er. Schließlich habe der WSV Ebingen bei der Ausrichtung von FIS-Rennen und deutschen Meisterschaften zur Genüge bewiesen, wozu er imstande sei. Als sich die Albstädter um die Ausrichtung der Schülermeisterschaften beworben hätten, sei der Zuschlag leicht gefallen. Das einzige, was ihn tatsächlich überrascht habe, sei die Tatsache, dass sich mehr Publikum am Hang eingefunden habe als üblich.

Somit hat der WSV Ebingen seinen Testlauf erfolgreich bestanden. Er wollte mit diesen Schülermeisterschaften demonstrieren, dass er in der Lage ist, von der Hangpräparation und der Organisation her ein bedeutendes Rennen mit vielen Teilnehmern am eigenen Hang auszurichten, um sich beim internationalen Skiverband um die Vergabe eines FIS-Rennens der Aktiven bewerben zu können. „Das haben wir bewiesen“, lautete Binders Fazit. Erstmals seit Bestehen des Skilifts habe es am Sonntag einen Riesentorlauf von ganz oben gegeben: „Den Steilhang haben wir am Abend zuvor noch einmal bewässert. Er war so bockelhart, dass die Kurssetzer für die oberen Tore sogar um Steigeisen gebeten haben.“

Quelle: ZAK, DILI, 01.02.2010